FAQ: Fragen und Antworten

Auf dieser Seite haben wir die Antworten auf die häufigsten Fragen zu den Krisendiensten Bayern gesammelt. Sie haben eine Frage, die hier nicht beantwortet ist? Rufen Sie uns gerne unter 0800 / 655 3000 an und sprechen Sie dazu mit einem Berater bzw. einer Beraterin. Journalistinnen und Journalisten können sich gerne an unsere Pressestellen wenden.

Allgemeines

Mit welchen Themen kann ich mich an die Krisendienste Bayern wenden?

Die Krisendienste Bayern beraten bei psychischen Krisen sowie seelischen Notlagen jeder Art.
Häufige Gründe für Anrufe beim Krisendienst sind schwere Verluste, traumatische Erlebnisse, Konflikte in der Partnerschaft/Familie, der Umgang mit einer lebensverändernden Situation, einer Erkrankung sowie Suizidgedanken. Auch der Umgang mit psychischen Erkrankungen wie Depression, Angststörung, Sucht, Psychose oder Demenz ist oft Thema unserer Anrufer.

Wir beobachten, dass es Menschen häufig schwerfällt, eine Krise zu erkennen. Daher möchten wir hier auch ein paar Kriterien nennen, die Ihnen dabei helfen können. Typisch für eine Krise können unter anderem sein:

  • starke Gefühle von Angst, Wut, Verzweiflung und Trauer
  • starke Schwankungen der Gefühlslage
  • Selbstzweifel und Verunsicherung
  • selbst- oder fremdgefährdendes Verhalten bzw. Gedanken (z.B. Suizidgedanken)
  • Rückzug aus sozialen Kontakten bzw. Isolation
  • Antriebslosigkeit
  • Interesselosigkeit
  • Aggressionen, ungewöhnliche Gereiztheit
  • Verlust der Kontrolle über die eigenen Handlungen

Wenn Sie eines oder mehrere dieser Anzeichen bei sich bemerken, rufen Sie uns jederzeit an! Und ja, rufen Sie uns auch gerne an, wenn Sie sich unsicher sind, ob Sie gerade in einer Krise sind.

Wer kann sich an die Krisendienste Bayern wenden?

Jeder Mensch in einer Krise kann sich jederzeit bei den Krisendiensten Bayern melden, um fachkundige Unterstützung zu bekommen.

Außerdem beraten wir Angehörige sowie Freunde, Nachbarn und Arbeitskollegen, also alle Menschen, die der betroffenen Person nahe stehen. Auch Fachstellen können sich an uns wenden.

Die Krisendienste Bayern sind telefonisch nur erreichbar, wenn der Anruf aus dem Mobilfunknetz oder dem Festnetz innerhalb Bayerns erfolgt. Sie müssen sich daher zum Zeitpunkt des Anrufs in Bayern aufhalten. Wenn Sie nicht in Bayern wohnen, empfehlen wir, die Krisenhotline Ihres aktuellen Wohnortes anzurufen oder sich an den Sozialpsychiatrischen Dienst bei Ihnen vor Ort zu wenden.
Eine deutschlandweite Übersicht über regionale und überregionale Hilfsangebote finden Sie auf der Website der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention.

Bundesweit ist die Telefonseelsorge täglich rund um die Uhr unter 0800 -111 0 111 und 0800 -111 0 222 erreichbar.

Können sich auch Kinder und Jugendliche an die Krisendienste Bayern wenden?

Ja, die Krisendienste Bayern sind ein psychosoziales Beratungs- und Hilfsangebot für alle Menschen in Bayern unabhängig vom Alter.

Ist ein Anruf bei den Krisendiensten Bayern kostenfrei?

Ja, alle Angebote der Krisendienste Bayern sind kostenfrei – egal ob telefonischer oder persönlicher Kontakt oder fremdsprachige Beratung. Für unsere Anruferinnen und Anrufer entstehen keine Kosten.

Hinweis: Bitte rufen Sie uns unbedingt unter der bayernweiten Rufnummer 0800 / 655 3000 an. Die Krisendienste Bayern hatten regionale Vorläufer-Angebote, z. B. den Krisendienst Psychiatrie Oberbayern oder den Krisendienst Mittelfranken. Diese Angebote hatten andere Nummern. Diese sind weiterhin im Betrieb, damit sichergestellt ist, dass uns Menschen in seelischer Not erreichen, auch wenn sie die aktuelle bayernweite Nummer nicht kennen. Beim Anruf über diese veralteten Rufnummern können Kosten entstehen.

Kann ich mich anonym beraten lassen?

Für Gespräche mit den Krisendiensten Bayern gilt grundsätzlich die gesetzliche Schweigepflicht (§ 203 StGB). Alles, was Sie uns sagen, ist streng vertraulich.
Wenn es Ihnen mehr Sicherheit gibt, dann müssen Sie Ihren Namen bei telefonischen Beratungsgesprächen nicht sagen. Für bestimmte Angebote z. B. mobile Einsätze oder die Weitervermittlung an andere Dienste, werden jedoch bestimmte persönliche Angaben benötigt. Dies können Sie gerne mit unseren Beraterinnen und Beratern am Telefon besprechen.
Außerdem unterliegen die Krisendienste Bayern den Richtlinien der DSGVO. Informationen zum Datenschutz bei den Leitstellen der Krisendienste Bayern nach Art. 13 DSGVO finden Sie auf unserer Website.

Wer arbeitet bei den Krisendiensten Bayern?

Bei den Krisendiensten Bayern sind ausschließlich erfahrene Fachkräfte tätig. Sie haben einen Abschluss in Psychologie, Sozialpädagogik, Sozialer Arbeit oder Fachkrankenpflege Psychiatrie. Unsere Mitarbeitenden sind im Umgang mit seelischen Krisen geschult und arbeiten multiprofessionell. Das heißt, sie bündeln Fachwissen und Erfahrungen aus unterschiedlichen Berufsgruppen. So ist gewährleistet, dass bei der Krisenhilfe psychologische, soziale und medizinische Aspekte einfließen.

Auf unserer Website haben wir eine Übersicht aller aktuell offenen Stellen.

Ich möchte eine Psychotherapie. Soll ich bei den Krisendiensten Bayern anrufen?

Wenn Sie professionelle Hilfe möchten, um mit einer akuten psychischen Belastung umgehen zu können, können Sie jederzeit bei uns anrufen. Wir besprechen Ihre aktuelle  Situation und überlegen gemeinsam mit Ihnen, welche Strategien zu Ihren Anliegen passen und welche geeigneten Anlaufstellen es gibt.

Wir sprechen die Situation durch und überlegen gemeinsam mit Ihnen, welche Strategien zu Ihren Anliegen passen können und welche geeigneten Anlaufstellen es gibt.

  • Falls schnell professionelle Hilfe notwendig ist und das Telefonat mit unseren Beraterinnen und Beratern nicht ausreicht, können wir Termine bei einer Beratungsstelle, einem Sozialpsychiatrischen Dienst oder einer psychiatrischen Institutsambulanz vermitteln. So können wir z. B. helfen, die Wartezeiten auf einen Therapieplatz zu überbrücken.
  • Wenn wir im Gespräch mit Ihnen herausarbeiten, dass eine klassische Therapie bei einem niedergelassenen Psychotherapeuten oder Psychotherapeutin für Sie der geeignete und gewünschte Weg ist, können wir Ihnen Tipps für die Suche geben, Ihnen die notwendigen Schritte erklären und Anlaufstellen nennen. Außerdem können wir mit Ihnen besprechen, wie Sie die Wartezeit gut überbrücken können. Therapieplätze bei niedergelassenen Psychotherapeuten oder Psychotherapeutinnen können wir jedoch nicht vermitteln.

Auf der Website der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern finden Sie weitere Informationen zum Erstkontakt und Therapieformen der ambulanten Psychotherapie.
Über die Rufnummer 116 117 können Sie telefonisch oder online über den e-Terminservice einen Termin für ein Erstgespräch mit einem Psychotherapeuten/Psychotherapeutin vereinbaren. Wie diese Vermittlung abläuft, ist in dieser Übersicht dargestellt.

Wann wird ein mobiler Einsatz vor Ort veranlasst?

Ziel jeder Beratung bei den Krisendiensten Bayern ist es, die Handlungsfähigkeit unserer Klientinnen und Klienten wieder herzustellen. Wir überlegen auch bei jedem Gespräch gemeinsam mit den Anruferinnen und Anrufern, ob und wenn ja, welche weiterführenden Hilfen sinnvoll und möglich sind. In der überwiegenden Zahl der Telefonate kann die Krise am Telefon so bearbeitet werden, dass keine weiterführenden Maßnahmen notwendig sind.

Die mobilen Einsätze sind für uns ein wichtiges Instrument, falls es einen persönlichen Kontakt vor Ort braucht, um die Handlungsfähigkeit der betroffenen Person wieder herzustellen oder wenn unser Team die Krise im telefonischen Gespräch nur schlecht einschätzen kann. Darüber hinaus haben wir festgelegte Einsatzkriterien, anhand derer unsere Beraterinnen und Berater am Telefon prüfen und entscheiden, ob ein mobiler Einsatz sinnvoll ist und angeboten werden kann.

Ein mobiler Einsatz wird nur veranlasst, wenn die betroffene Person mit dieser Form der Hilfeleistung einverstanden ist. Ausnahmen davon können vorkommen, wenn Polizei oder die zuständige Unterbringungsbehörde die Krisendienste Bayern hinzuziehen, um eine Selbst- oder Fremdgefährdung fachlich einzuschätzen.

Erreichbarkeit

Wann sind die Krisendienste Bayern erreichbar?

Die Krisendienste Bayern sind telefonisch jeden Tag rund um die Uhr kostenfrei unter der Rufnummer 0800 / 655 3000 erreichbar. Selbstverständlich auch an Sonn- und Feiertagen.

Kann ich die Krisendienste Bayern auch anrufen, wenn ich mich nicht in Bayern aufhalte?

Die Krisendienste Bayern sind telefonisch nur erreichbar, wenn der Anruf aus dem Mobilfunknetz oder dem Festnetz innerhalb Bayerns erfolgt.

Wenn Sie außerhalb Bayerns wohnen, empfehlen wir, die Krisenhotline Ihres aktuellen Wohnortes anzurufen. Bundesweit ist die Telefonseelsorge täglich rund um die Uhr unter 0800 -111 0 111 und 0800 -111 0 222 erreichbar.

Außerdem können Sie sich an den Sozialpsychiatrischen Dienst bei Ihnen vor Ort wenden. Eine deutschlandweite Übersicht über regionale und überregionale Hilfsangebote finden Sie auf der Website der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention.

Wenn Sie im Ausland wohnen: Auf der Website der Telefonseelsorge finden Sie eine Liste internationaler Notfalltelefone für psychische Krisen.

Ich halte mich in Bayern auf, aber wenn ich anrufe, bekomme ich die Ansage, dass ich von außerhalb Bayerns anrufe. Woran kann das liegen?

Wenn Sie sich im Grenzgebiet zu Österreich oder der Tschechischen Republik aufhalten, kann es zu Problemen bei der Erreichbarkeit kommen, wenn Ihr Mobiltelefon sich mit dem österreichischen bzw. tschechischen Mobilfunknetz verbindet. Achten Sie darauf, dass Ihr Handy sich mit dem Mobilfunknetz in Deutschland verbindet oder rufen Sie von einem Festnetz-Anschluss aus Bayern an.
Wenn Sie eine SIM-Karte/Mobilnummer eines ausländischen Anbieters nutzen, sind Anrufe auf inländische 0800-Nummern nicht möglich. Nutzen Sie einen Festnetz-Anschluss oder Mobiltelefon mit einer deutschen SIM-Karte und Mobilnummer.

Warum erreiche ich manchmal nur den Anrufbeantworter?

Wenn Sie bei den Krisendiensten Bayern anrufen, hören Sie immer zuerst eine kurze Bandansage, bevor Sie mit einem Berater oder einer Beraterin verbunden werden. Bitte legen Sie nicht auf, wenn Sie diese Bandansage hören.

Es kann vorkommen, dass alle Beraterinnen und Berater gleichzeitig im Gespräch sind. In diesem Fall haben Sie die Möglichkeit, entweder in der Warteschleife zu bleiben oder Ihre Rückrufnummer auf dem Anrufbeantworter zu hinterlassen.

Die Mitarbeitenden der Leitstelle arbeiten Nachrichten auf dem Anrufbeantworter zeitnah und zuverlässig ab und rufen alle Hilfesuchenden so schnell wie möglich zurück. In der Regel warten Sie nicht lange auf unseren Rückruf.

  • Wenn Sie auf den Anrufbeantworter sprechen, hinterlassen Sie bitte deutlich Ihre Rückrufnummer. Der nächste freie Berater bzw. Beraterin ruft Sie zurück.
  • Wenn Sie in der Wartschleife bleiben, legen Sie bitte nicht auf. Bitte bleiben Sie in der Leitung. Wenn Sie in der Warteschleife einfach auflegen, sehen unsere Beraterinnen und Berater Ihren Anruf nicht. Wir haben daher dann keine Möglichkeit, Sie zurückzurufen. Sie haben während der Wartezeit immer wieder die Möglichkeit, auf den Anrufbeantworter zu sprechen.

Wenn Sie auf einen Rückruf von uns warten, achten Sie bitte darauf, dass Ihr Telefon in Ihrer Nähe ist, damit Sie den Rückruf bemerken. Schalten Sie Ihren Handyklingelton auf laut. Bitte halten Sie die Leitung frei – führen Sie keine Telefonate.

Wichtig: Wenn Sie länger als 60 Minuten auf einen Rückruf warten, rufen Sie bitte erneut an! Lassen Sie uns dann auch wissen, dass Sie zuvor schon angerufen haben und keinen Rückruf erhalten haben. Wir nehmen diese Hinweise sehr ernst und gehen jeder Meldung nach. 

Ich habe keinen Rückruf erhalten. Was soll ich tun?

Die Mitarbeitenden der Leitstelle arbeiten Nachrichten auf dem Anrufbeantworter zeitnah und zuverlässig ab und rufen alle Hilfesuchenden so schnell wie möglich zurück.

Dennoch kann es vorkommen, dass ein Rückruf scheitert. Dies kann folgende Gründe haben:

  • Es wurde mit unterdrückter Rufnummer angerufen und auf dem Anrufbeantworter wurde keine Rufnummer hinterlassen oder diese war schlecht verständlich.
  • Ihre Leitung war mehrfach belegt bzw. es wurde mehrfach nicht abgehoben, als wir angerufen haben.

So gelingt der Rückruf:

  • Bitte sprechen Sie Ihre Nummer deutlich und langsam auf den Anrufbeantworter. Gerne können Sie diese wiederholen.
  • Achten Sie bitte darauf, dass Ihr Telefon in Ihrer Nähe ist, damit Sie den Rückruf bemerken.
  • Schalten Sie Ihren Handyklingelton auf laut, wenn Sie den Rückruf auf dem Handy erwarten.
  • Bitte halten Sie die Leitung frei – führen Sie keine Telefonate.

Wichtig: Wenn Sie länger als 60 Minuten auf einen Rückruf warten, rufen Sie bitte erneut an! Lassen Sie uns dann auch wissen, dass Sie zuvor schon angerufen haben und keinen Rückruf erhalten haben. Wir nehmen diese Hinweise sehr ernst und gehen jeder Meldung nach.

Angehörige und nahestehende Personen

Kann ich mich auch an die Krisendienste Bayern wenden, wenn ich mir um einen anderen Menschen Sorgen mache?

Ja. Wenn Sie sich um jemanden Sorgen machen, rufen Sie uns jederzeit an! Wir bieten Ihnen Entlastung und Tipps im Umgang mit der Situation. Vielleicht finden wir auch gemeinsam einen Weg, um mit der betroffenen Person direkt ins Gespräch zu kommen und zu helfen.

Auch wenn es um einen anderen Menschen geht: Sie sollten unbedingt anrufen, wenn Sie merken, dass dessen Krise oder psychische Erkrankung Sie selbst so stark belastet, dass es Auswirkungen auf Ihren eigenen Alltag und Ihr Wohlbefinden hat. Wir können dann mit Ihnen besprechen, welche Unterstützung und Entlastung es für Sie selbst gibt.

Ich möchte einen mobilen Einsatz für meine Angehörigen. Kann ich das veranlassen?

Mobile Einsätze sind nur in bestimmten Situationen sinnvoll und werden nur dann von den Leitstellen beauftragt. Details finden Sie in der Frage „Wann wird ein mobiler Einsatz veranlasst?“

Mobile Einsätze sind nur eine von sehr vielen Formen der weiterführenden Hilfen, die wir vermitteln können. Wir prüfen bei jedem Anruf, ob und wenn ja, welche weiterführende Hilfe im jeweiligen Fall sinnvoll ist. Zögern Sie also nicht, uns anzurufen. Grundsätzlich können mobile Einsätze nur mit dem Wissen und mit dem Einverständnis der betroffenen Person veranlasst werden. Ausnahmen davon können vorkommen, wenn Polizei oder die zuständige Unterbringungsbehörde die Krisendienste Bayern hinzuziehen, um eine Selbst- oder Fremdgefährdung fachlich einzuschätzen.

Krisen und psychische Erkrankungen sind auch für Angehörige herausfordernd und belastend. Falls Ihr Angehöriger nicht zu einem Gespräch am Telefon mit den Krisendiensten Bayern bereit ist und auch keine andere professionelle Unterstützung wünscht, dann besprechen Sie bitte unbedingt mit uns am Telefon, welche Unterstützung Sie selbst brauchen, um möglichst gut mit dieser Situation umzugehen. In geeigneten Situationen können wir mit Ihrem Einverständnis einen Einsatz für Sie selbst, also den betroffenen Angehörigen, veranlassen. Je nach Situation werden unsere mobilen Teams versuchen, dann auch Kontakt zur erkrankten Person aufzunehmen.

Was soll ich tun, wenn die betroffene Person keine Hilfe annehmen will?

Diese Situation ist für Angehörige, Freunde und Kollegen oft emotional besonders belastend. Was die beste Option zur Unterstützung ist, hängt jedoch jeweils vom Einzelfall ab.

Wenn Sie bei den Krisendiensten Bayern anrufen, können wir gemeinsam die konkrete Situation besprechen und einordnen. Wir können auch mögliche Handlungsoptionen durchsprechen. Außerdem können wir überlegen, was Ihnen selbst im Umgang mit dieser für Sie belastenden Situation helfen könnte.